Baukasten oder WordPress? Ein fairer Vergleich zu Start, Pflegeaufwand, Flexibilität und Anbieterwechsel, mit Tabelle und zwei Beispielen aus dem Dienstleistungsalltag.
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Du willst eine Website erstellen lassen und hast drei Angebote auf dem Tisch, die sich kaum vergleichen lassen: eines mit fünf Seiten, eines als „Komplettpaket“ und eines zur monatlichen Miete. Was wirklich drinsteckt, steht oft nur zwischen den Zeilen.
Die kurze Antwort: Kläre zuerst, was die Website für deinen Betrieb erledigen soll. Danach vergleichst du Angebote nicht nach der Endsumme, sondern nach Umfang, Zuständigkeiten, laufenden Kosten und der Frage, wem am Ende Domain, Inhalte und Zugänge gehören.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Ziel kommt zuerst: Anrufe, Buchungen oder Anfragen. Daraus ergeben sich Seiten und Funktionen.
- Ein gutes Angebot nennt Seiten, Funktionen, Korrekturschleifen, Zuständigkeit für Texte und Fotos sowie die Betreuung nach dem Start.
- Die Kosten hängen vor allem von Umfang, Design-Anspruch, Funktionen, Inhalten und laufender Wartung ab.
- Domain, Hosting-Vertrag und Admin-Zugang sollten auf deinen Betrieb laufen.
- Impressum, Datenschutz, Barrierefreiheit und SEO gehören ins Konzept und nicht in die Nachbesserung.
Vor dem Start: Was soll die Website erledigen?
Die Website eines Friseursalons hat andere Aufgaben als die einer Kfz-Werkstatt. Der Salon will vor allem Online-Buchungen, die Werkstatt Anrufe und Terminanfragen fürs Pickerl. Schreib deshalb vor dem ersten Gespräch mit einer Agentur auf, was Besucher:innen am Ende tun sollen.
Daraus ergibt sich fast alles andere. Jede wichtige Leistung braucht eine eigene Unterseite, die als Landingpage für genau diese Suchanfrage funktioniert. Wer in der Umgebung gefunden werden will, plant Standortangaben und das Google-Unternehmensprofil gleich mit. Wie das zusammenspielt, zeigt der Beitrag über Local SEO für Betriebe in Österreich.
Diese Fragen helfen dir beim Briefing:
- Wer sind deine wichtigsten Kund:innen und wonach suchen sie bei Google?
- Welche drei bis fünf Leistungen bringen den meisten Umsatz oder die besten Kund:innen?
- Sollen Kund:innen online buchen, kaufen oder nur anfragen? Für Termine lohnt ein Blick auf die Anforderungen an eine Online-Terminbuchung.
- Wer pflegt die Website später: du, dein Team oder die Agentur?
- Welche Websites gefallen dir, auch aus anderen Branchen, und warum?
Website erstellen lassen: So läuft das Projekt ab
Seriöse Projekte folgen fast immer demselben Ablauf. Die Reihenfolge ist wichtig, weil jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut. Wer das Design fixiert, bevor die Texte stehen, baut später oft um.
- Ziele und Briefing: Was soll die Website bewirken, für wen und bis wann?
- Struktur: Eine Seitenübersicht legt fest, welche Seiten es gibt und wie sie miteinander verlinkt sind.
- Texte und Bilder: Inhalte für jede Seite, am besten mit eigenen Fotos statt Stockbildern.
- Design: Entwurf für die Startseite und eine typische Unterseite, am Handy und am Desktop.
- Umsetzung: Aufbau im gewählten System, etwa WordPress oder ein Baukasten.
- Test: Formulare, Buchung, Ladezeit, Handy-Ansicht, Links und Barrierefreiheit prüfen.
- Launch: Domain umstellen, Weiterleitungen setzen, Sitemap in der Search Console einreichen.
- Betreuung: Updates, Sicherungen, kleine Änderungen und Auswertungen.
Bei Schritt 5 fällt die Systemfrage. Ob WordPress oder ein Baukasten besser passt, hängt von deinen Plänen und davon ab, wer sich um die Technik kümmert. Der Vergleich WordPress oder Wix, Jimdo & Co. hilft bei der Entscheidung.
Texte sind meistens der Engpass
In vielen Projekten verzögert sich nicht die Technik, sondern die Inhalte. Kläre deshalb früh, wer die Texte schreibt. Wenn du selbst lieferst, reichen oft Stichworte je Leistung: Ablauf, Dauer, für wen sie geeignet ist, was Kund:innen immer wieder fragen. Daraus lässt sich ein brauchbarer Text formen.
Ersetzt die neue Website eine bestehende, wird der Launch zum Relaunch. Dann zählen alte Adressen, Weiterleitungen und bestehende Rankings. Worauf es ankommt, steht in der Checkliste Website-Relaunch ohne Rankingverlust. Ein Beispiel aus der Praxis ist Hochzeitstanz Wien: Aus einem Onepager wurde eine mehrseitige SEO-Website, dazu kam ein individuelles CRM für Anfragen, Buchungen und Stundenpakete.
Was ein gutes Angebot enthalten sollte
Ein Angebot sollte so konkret sein, dass du nach dem Lesen weißt, was du bekommst und was nicht. Fehlt einer dieser Punkte, frag nach, bevor du unterschreibst:
- Anzahl und Art der Seiten, zum Beispiel Startseite, Leistungsseiten, Über uns, Kontakt, Blog
- wer Texte, Fotos und Logo liefert und ob Texte überarbeitet oder neu geschrieben werden
- Funktionen wie Kontaktformular, Online-Buchung, Shop, Newsletter-Anmeldung oder Mehrsprachigkeit
- Anzahl der Korrekturschleifen beim Design
- System, Theme und kostenpflichtige Erweiterungen mit laufenden Lizenzen
- Hosting, Domain und SSL-Zertifikat: wer bucht, wer zahlt, auf wen laufen die Verträge
- SEO-Grundlagen wie Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Weiterleitungen und Sitemap
- rechtliche Seiten: wer Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner liefert oder umsetzt
- Einschulung, Übergabe der Zugänge und Betreuung nach dem Launch
- Zeitplan mit Meilensteinen und deinen Mitwirkungspflichten
Vorsicht bei einer Pauschale ohne Leistungsbeschreibung. Sie wirkt übersichtlich, führt aber schnell zu Diskussionen, sobald etwas angeblich „nicht inkludiert“ ist. Eine klare Liste schützt beide Seiten.
Angebote richtig vergleichen
Leg die Angebote nebeneinander und übertrag die Punkte aus der Liste in eine einfache Tabelle. So siehst du schnell, wo ein Angebot nur scheinbar günstiger ist, weil Texte, Lizenzen oder die Betreuung nach dem Launch fehlen. Frag außerdem nach Arbeitsbeispielen aus deiner Branche und danach, wer im Projekt deine feste Ansprechperson ist.
Wovon die Kosten abhängen
Eine Website hat keinen Listenpreis. Die Summe ergibt sich aus wenigen Faktoren, und bei fast jedem kannst du selbst steuern, wie viel Aufwand entsteht.
| Kostenfaktor | Was den Aufwand erhöht | Was ihn senkt |
|---|---|---|
| Umfang | viele Leistungs- und Standortseiten, Blog, mehrere Sprachen | mit den wichtigsten Seiten starten und später ausbauen |
| Design | individuelles Design, eigene Illustrationen, Animationen | bewährtes Theme mit angepassten Farben und Schriften |
| Texte und Fotos | alle Texte neu schreiben lassen, eigenes Fotoshooting | eigene Stichworte, vorhandene gute Fotos |
| Funktionen | Buchung, Shop, Kundenlogin, Schnittstellen zu CRM oder Buchhaltung | erprobte Standardlösungen statt Sonderprogrammierung |
| Übernahme | Relaunch mit vielen Seiten, Weiterleitungen, Datenübernahme | sauberes Inventar der alten Seiten, Aufräumen vorab |
| Laufender Betrieb | Premium-Lizenzen, Wartung, Änderungen auf Zuruf | klare Wartungsvereinbarung, schlanke Technik |
Rechne die laufenden Kosten immer mit. Domain, Hosting, Lizenzen für kostenpflichtige Erweiterungen und Wartung fallen jedes Jahr wieder an. Ein günstiger Start mit teurem Betrieb ist über ein paar Jahre gerechnet selten die günstigere Lösung.
Eigentum, Zugänge und Lock-in
Die wichtigste Frage wird oft erst gestellt, wenn man die Agentur wechseln will: Wem gehört eigentlich was? Klär das im Angebot und nicht erst beim Abschied.
- Domain: Sie ist auf deinen Betrieb als Inhaber registriert, nicht auf die Agentur.
- Hosting: Entweder ein Vertrag auf deinen Namen oder eine klare Regelung, wie die Website bei einem Wechsel übergeben wird.
- Admin-Zugang: Du bekommst einen eigenen Administrator-Zugang, auch wenn du ihn selten brauchst.
- Konten: Search Console, Unternehmensprofil und Analyse-Tools laufen über dein Google-Konto, die Agentur bekommt einen eigenen Zugriff.
- Nutzungsrechte: Der Vertrag regelt, dass du Design, Texte und Fotos dauerhaft nutzen darfst, auch nach einem Wechsel.
Bei Baukästen kommt ein technischer Lock-in dazu. Wix schreibt in seiner Hilfe selbst, dass eine Wix-Website auf den Servern von Wix betrieben werden muss und sich nicht zu einem anderen Hoster exportieren lässt. Das spricht nicht grundsätzlich gegen einen Baukasten, du solltest es aber vorher wissen.
Lass dir zum Projektende eine kurze Übergabe geben: eine Liste aller Zugänge, die verwendeten Plugins und Lizenzen samt Laufzeit und den Ablageort der Sicherungen. Das ist schnell erledigt und macht dich unabhängig, egal ob du später selbst weiterarbeitest oder jemand anderen beauftragst.
Recht, Barrierefreiheit, SEO und Wartung von Anfang an mitdenken
Pflichtangaben und Cookies
Jede unternehmerische Website in Österreich braucht ein Impressum nach § 5 E-Commerce-Gesetz, je nach Rechtsform ergänzt um Angaben nach UGB oder Gewerbeordnung, dazu die Offenlegung nach Mediengesetz. Außerdem brauchst du eine Datenschutzerklärung und, sobald Analyse- oder Marketing-Dienste laufen, einen Cookie-Banner mit echter Wahlmöglichkeit. Die Details stehen im Beitrag Impressum, Datenschutz & Cookies.
Barrierefreiheit
Seit 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) anwendbar. Es betrifft Websites, über die Verbraucher:innen Verträge abschließen, etwa Shops oder Online-Buchungen. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Barrierefreiheit gleich mitzuplanen ist trotzdem sinnvoll, weil Nachrüsten mehr Aufwand macht. Wen das Gesetz betrifft, erklärt der Artikel Barrierefreie Website und BaFG.
SEO und Ladezeit
Google hat 2023 die Umstellung auf Mobile-First-Indexierung abgeschlossen und bewertet Websites seither anhand der Handy-Version. Plane deshalb zuerst fürs Handy. Achte außerdem auf sprechende Adressen, eine eigene Seite pro Leistung, saubere Überschriften und kurze Ladezeiten, gemessen an den Core Web Vitals. Ob du danach zuerst auf Suchmaschinenoptimierung oder auf Anzeigen setzt, klärt der Vergleich Google Ads oder SEO.
Wartung nach dem Launch
Eine Website ist mit dem Launch nicht fertig. Gerade WordPress braucht regelmäßige Updates, getestete Sicherungen und einen Blick auf Sicherheit und Ladezeit. Was konkret zu tun ist und in welchem Rhythmus, zeigt der Beitrag WordPress-Wartung & Sicherheit. Kläre vor der Unterschrift, ob die Wartung Teil des Angebots ist oder extra vereinbart wird.
Fazit
Eine gute Website entsteht nicht durch das schönste Design allein, sondern durch klare Ziele, gute Inhalte und saubere Technik. Wenn du Ziele, Umfang und Zuständigkeiten vorab klärst, kannst du Angebote fair vergleichen und vermeidest Überraschungen bei Kosten und Zugängen.
Wenn du deine Website erstellen lassen möchtest und WordPress, SEO und die Pflichtseiten aus einer Hand suchst, findest du unter BigWebsites, wie BigSolutions Website-Projekte umsetzt. Oder du vereinbarst gleich ein unverbindliches Erstgespräch.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Website erstellen zu lassen?
Das hängt vor allem vom Umfang und davon ab, wie schnell Texte, Fotos und Feedback kommen. Eine kleine Website mit wenigen Seiten ist deutlich schneller umgesetzt als eine mit Shop, Online-Buchung oder mehreren Sprachen. In der Praxis bremsen selten Design oder Technik, sondern fehlende Inhalte. Lass dir deshalb einen Zeitplan mit Meilensteinen geben, in dem auch deine Lieferfristen stehen.
Kann ich meine Website später selbst bearbeiten?
Ja, wenn sie mit einem Content-Management-System wie WordPress oder einem Baukasten gebaut ist. Wichtig ist eine kurze Einschulung und ein eigener Zugang mit passenden Rechten. Für Texte, Bilder, Öffnungszeiten oder neue Blogbeiträge brauchst du dann keine Agentur. Größere Umbauten, neue Funktionen und Updates überlässt du besser jemandem, der sich mit der Technik auskennt.
Brauche ich für eine kleine Firmenwebsite einen Cookie-Banner?
Nur wenn deine Website Cookies oder ähnliche Technologien nutzt, die nicht technisch notwendig sind, etwa für Web-Analyse, Werbung, eingebettete Videos oder Karten. Dafür verlangt § 165 Abs. 3 TKG 2021 eine vorherige Einwilligung. Setzt die Website nur notwendige Cookies, braucht es keine Einwilligungsabfrage. Ein Impressum und eine Datenschutzerklärung brauchst du trotzdem.
Was passiert mit meiner Website, wenn ich die Agentur wechsle?
Das hängt davon ab, auf wen Domain, Hosting und Zugänge laufen und welche Nutzungsrechte vereinbart sind. Eine WordPress-Website lässt sich mit einer Komplettsicherung zu einem anderen Hoster oder einer anderen Agentur übertragen. Bei Baukästen wie Wix ist ein Export zu einem anderen Hoster laut Anbieter nicht möglich. Regle diese Punkte deshalb schon im Angebot.



