Baukasten oder WordPress? Ein fairer Vergleich zu Start, Pflegeaufwand, Flexibilität und Anbieterwechsel, mit Tabelle und zwei Beispielen aus dem Dienstleistungsalltag.
Artikel lesen →WordPress ist ein kostenloses Open-Source-Content-Management-System, mit dem du Websites, Blogs und Online-Shops erstellst und Inhalte ohne Programmierkenntnisse pflegst. Laut W3Techs laufen rund 40 Prozent aller Websites mit WordPress (Stand Oktober 2026). Damit ist es das am weitesten verbreitete System seiner Art.
WordPress.org oder WordPress.com?
Die zwei Adressen sorgen regelmäßig für Verwirrung. WordPress.org ist die Heimat der freien Software: Du lädst sie herunter und installierst sie bei einem Hosting-Anbieter deiner Wahl. WordPress steht unter der Lizenz GPLv2 (oder später). Du darfst die Software also nutzen, verändern und erweitern, ohne Lizenzgebühren zu zahlen.
WordPress.com ist ein kommerzieller Dienst des Unternehmens Automattic, der WordPress fertig gehostet anbietet. Er funktioniert eher wie ein Website-Baukasten: Technik und Updates übernimmt der Anbieter, welche Funktionen du nutzen kannst, hängt vom gewählten Tarif ab. Wenn Agenturen von WordPress sprechen, meinen sie fast immer die selbst gehostete Variante.
So ist eine WordPress-Website aufgebaut
- Kern: die WordPress-Software selbst, mit Verwaltungsoberfläche, Benutzerrollen und Medienbibliothek. Seit Version 5.0 (Dezember 2018) bestehen Inhalte im Block-Editor aus Bausteinen wie Absatz, Bild oder Button.
- Theme: bestimmt das Aussehen, also Farben, Schriften, Layout sowie Kopf- und Fußbereich.
- Plugins: ergänzen Funktionen wie Kontaktformular, Shop, Mehrsprachigkeit oder Online-Buchung. Im offiziellen Verzeichnis stehen über 74.000 kostenlose Plugins.
- Inhalte: Seiten, Beiträge, Bilder und Menüs, gespeichert in einer Datenbank.
Weil diese Teile getrennt sind, kannst du das Design erneuern, ohne alle Texte neu zu schreiben, oder eine Funktion ergänzen, ohne das Design anzufassen. Diese Trennung ist ein Hauptgrund für die Beliebtheit von WordPress bei Agenturen und Entwickler:innen.
Stärken und Pflichten
WordPress ist flexibel und unabhängig von einem einzelnen Anbieter: Dateien und Datenbank lassen sich sichern und zu einem anderen Hoster umziehen. Für fast jede Aufgabe gibt es Erweiterungen und Fachleute, die sich damit auskennen, auch in Österreich. Seitentitel, Adressen und Weiterleitungen lassen sich genau steuern, was für SEO viel wert ist.
Die Kehrseite ist Pflege. Kern, Themes und Plugins bekommen laufend Updates, oft mit Sicherheitskorrekturen. Wer sie liegen lässt, macht die Website angreifbar. Eine regelmäßige Website-Wartung mit Updates, Sicherungen und Kontrolle gehört deshalb zu jeder WordPress-Website, egal ob du sie selbst erledigst oder abgibst.
Für wen WordPress passt
Für einen kleinen Dienstleister lohnt sich WordPress, wenn die Website mitwachsen soll: eigene Seiten pro Leistung und Ort, ein Blog, eine eingebundene Online-Buchung oder eine Anbindung an die Kundenverwaltung. Wer nur eine digitale Visitenkarte mit Adresse und Öffnungszeiten braucht und keinerlei Wartung übernehmen will, ist mit einem Baukasten oft ebenso gut bedient.
Angenommen, ein Installationsbetrieb in Wels startet mit fünf Seiten. Zwei Jahre später kommen Seiten für Wärmepumpen und Badsanierung dazu, ein Anfrageformular mit Foto-Upload und ein Karrierebereich für die Lehrlingssuche. Mit WordPress wächst die bestehende Website mit, statt neu gebaut zu werden.
Den ausführlichen Vergleich liefert der Artikel WordPress oder Wix, Jimdo & Co.? Ein ehrlicher Vergleich.
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