Neue Website, alte Rankings behalten: So planst du URL-Inventar, 301-Weiterleitungen, Launch-Tag und Monitoring, damit Google und Kund:innen dich weiterhin finden.
Artikel lesen →Inhalt dieses Artikels
WordPress oder Wix? Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch. Eine Bekannte hat ihre Website an einem Wochenende mit einem Baukasten gebaut, die Agentur empfiehlt dagegen WordPress. Beide haben recht, nur für unterschiedliche Betriebe.
Kurz gesagt: Ein Baukasten wie Wix oder Jimdo passt, wenn du schnell und ohne Technikaufwand eine überschaubare Website willst. WordPress passt, wenn die Website mitwachsen, Funktionen wie Buchung oder Schnittstellen bekommen und unabhängig von einem Anbieter bleiben soll. Dafür braucht WordPress regelmäßige Pflege.
Das Wichtigste in Kürze
- Baukasten: Editor, Hosting und Updates kommen vom Anbieter, du mietest die Plattform.
- WordPress: freie Open-Source-Software, die du auf einem Hosting deiner Wahl betreibst.
- Baukästen punkten beim schnellen Start, WordPress bei Flexibilität und Unabhängigkeit.
- Ein Anbieterwechsel ist bei Baukästen meist ein Neuaufbau. Laut Wix ist ein Export zu einem anderen Hoster nicht möglich.
- WordPress verlangt Updates, Sicherungen und Sicherheitspflege, selbst oder über eine Agentur.
Zwei Modelle: mieten oder selbst betreiben
Ein Baukasten ist eine Mietlösung. Anbieter wie Wix, Jimdo oder Squarespace stellen Editor, Vorlagen, Server und Sicherheitsupdates bereit. Du gestaltest die Website im Browser und zahlst laufend für den gewählten Tarif.
WordPress ist dagegen freie Software unter der Open-Source-Lizenz GPL. Du installierst sie auf einem Hosting deiner Wahl und darfst sie beliebig anpassen und erweitern. Die Verantwortung für Updates und Sicherheit liegt damit bei dir oder bei der Agentur, die dich betreut. Wie ein Website-Projekt insgesamt abläuft, steht im Leitfaden Website erstellen lassen.
Achtung, Verwechslungsgefahr: WordPress.com ist ein gehosteter Dienst, der eher wie ein Baukasten funktioniert. In diesem Artikel geht es um die freie Software von WordPress.org.
Wo Wix, Jimdo & Co. stark sind
- Schneller Start: Vorlage wählen, Texte und Bilder austauschen, online gehen.
- Kein Technikaufwand: Server, Software-Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter.
- Alles aus einer Hand: Hosting und SSL-Zertifikat sind dabei, oft auch Domain und Postfach.
- Eine Anlaufstelle: Bei Problemen gibt es einen zentralen Support.
Die Grenzen zeigen sich, wenn die Website wachsen soll. Funktionen gibt es nur in dem Umfang, den der Anbieter oder sein App-Markt bereitstellt. Eine Anbindung an deine Kundenverwaltung oder ein spezieller Buchungsablauf ist nur möglich, soweit passende Schnittstellen existieren. Und deine Website hängt an den Tarifen und Entscheidungen eines einzelnen Unternehmens.
Schau dir außerdem an, wo der Anbieter die Daten speichert und ob er einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung anbietet. Das wird wichtig, sobald über Kontaktformulare oder Buchungen personenbezogene Daten deiner Kund:innen erfasst werden. Gleiches gilt übrigens für jeden Hoster einer WordPress-Website.
Wo WordPress stark ist
WordPress spielt seine Stärken aus, sobald eine Website mehr sein soll als eine Visitenkarte. Über Plugins ergänzt du Funktionen, über Themes das Erscheinungsbild. Reicht beides nicht, kann eine Entwicklerin oder ein Entwickler eigene Erweiterungen schreiben, weil der Quellcode offen ist. Viele Websites nutzen zusätzlich einen Page-Builder, mit dem sich Seiten per Ziehen und Ablegen ähnlich bequem bearbeiten lassen wie im Baukasten.
- Freie Wahl beim Hosting: zum Beispiel ein Server in Österreich, wenn dir das wichtig ist.
- Volle Kontrolle: Dateien und Datenbank liegen bei dir und lassen sich jederzeit sichern und umziehen.
- Erweiterbar: Online-Buchung, Shop, Mehrsprachigkeit oder Schnittstellen zu anderen Systemen.
- SEO im Detail: Adressen, Seitentitel, Weiterleitungen und strukturierte Daten lassen sich genau steuern.
Der Preis dafür ist Pflege. Die offizielle WordPress-Dokumentation zur Absicherung empfiehlt, WordPress, Plugins und Themes immer aktuell zu halten und ungenutzte Erweiterungen zu entfernen. Wer das nicht selbst übernehmen will, braucht eine Wartungsvereinbarung. Was dazugehört, steht im Beitrag WordPress-Wartung & Sicherheit.
WordPress oder Wix: der Vergleich in der Tabelle
| Kriterium | Baukasten (z. B. Wix, Jimdo) | WordPress |
|---|---|---|
| Start | sehr schnell, ohne Vorkenntnisse | Hosting, Theme und Plugins müssen eingerichtet werden |
| Technik und Updates | übernimmt der Anbieter | liegt bei dir oder deiner Agentur |
| Design | innerhalb der Vorlagen und Editor-Möglichkeiten | frei gestaltbar |
| Funktionen | was Anbieter und App-Markt bieten | über Plugins und Eigenentwicklung erweiterbar |
| Serverstandort | vom Anbieter vorgegeben | frei wählbar |
| Anbieterwechsel | meist Neuaufbau, Inhalte händisch übertragen | Komplettsicherung auf neuen Server übertragbar |
| Laufender Aufwand | gering | regelmäßige Wartung nötig |
| Passt gut für | kleine Betriebe mit überschaubarem, stabilem Angebot | Betriebe, die wachsen und Funktionen einbinden wollen |
Umzug und Export: der unterschätzte Punkt
Wix schreibt in seinem Hilfe-Center, dass eine Wix-Website auf den Servern von Wix betrieben werden muss und nicht zu einem anderen Hoster exportiert werden kann. Möglich ist nur, eine extern registrierte Domain mit der Wix-Website zu verbinden. Ein Wechsel weg von einem Baukasten bedeutet deshalb in der Regel: Texte und Bilder sichern und auf der neuen Plattform neu aufbauen.
Bei WordPress lässt sich die komplette Installation mit Dateien und Datenbank zu einem anderen Hoster übertragen. Zusätzlich exportiert das eingebaute Werkzeug unter „Werkzeuge“ Beiträge, Seiten, Kommentare, Kategorien und Menüs als XML-Datei, die eine andere WordPress-Installation importieren kann. Für einen vollständigen Umzug ist die Komplettsicherung aber der sicherere Weg.
Egal, wofür du dich entscheidest: Die Domain sollte immer auf deinen Betrieb registriert sein. Dann kannst du das System wechseln, ohne deine Adresse zu verlieren. Steht ein Wechsel an, hilft die Checkliste für einen Website-Relaunch ohne Rankingverlust, weil sich dabei fast immer die Adressen der Unterseiten ändern.
Welche Lösung passt zu deinem Betrieb?
Zwei Beispiele zur Orientierung:
Angenommen, eine Masseurin arbeitet allein, bietet fünf Anwendungen an und vergibt Termine telefonisch. Sie will eine gepflegte Visitenkarte im Netz und keine Technik betreuen. Für sie ist ein Baukasten eine vernünftige Wahl.
Angenommen, ein Kosmetikstudio mit vier Mitarbeiter:innen möchte Online-Buchung, Gutscheinverkauf, eine eigene Seite pro Behandlung und später einen Ratgeberbereich. Hier spricht viel für WordPress, weil sich Buchung und Kundenverwaltung anbinden lassen und die Website mitwachsen kann. Was eine gute Buchungslösung können sollte, steht im Beitrag zur Online-Terminbuchung.
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Soll die Website in zwei Jahren deutlich mehr können als heute?
- Brauchst du Funktionen, die mit anderen Systemen zusammenarbeiten?
- Wer kümmert sich verlässlich um Updates und Sicherungen?
- Wie wichtig ist dir, jederzeit den Anbieter wechseln zu können?
Beantwortest du mehrere Fragen mit „ja“ oder „wichtig“, ist WordPress meist die bessere Basis. Wenn nicht, spricht wenig gegen einen Baukasten.
Fazit
Baukasten und WordPress sind beide seriöse Wege zur eigenen Website. Der Baukasten spart Zeit und Technikaufwand, WordPress bietet Freiheit, Erweiterbarkeit und Unabhängigkeit, verlangt aber regelmäßige Pflege. Entscheidend ist, was deine Website in ein paar Jahren leisten soll, nicht nur heute.
Wenn du dich für WordPress entscheidest und Umsetzung und Technik nicht selbst übernehmen willst, zeigt dir BigWebsites, wie BigSolutions WordPress-Websites für Dienstleister umsetzt.
Häufige Fragen
Ist WordPress kostenlos?
Die Software selbst ja: WordPress steht unter der Open-Source-Lizenz GPL und darf frei genutzt, verändert und weitergegeben werden. Kosten entstehen trotzdem, und zwar für Hosting, Domain, eventuell kostenpflichtige Themes oder Plugins sowie für Umsetzung und Wartung. Wie viel davon anfällt, hängt davon ab, was du selbst machst und was du auslagerst.
Kann ich von Wix zu WordPress wechseln?
Ja, aber nicht per Knopfdruck. Wix unterstützt laut eigenem Hilfe-Center keinen Export der Website zu einem anderen Hoster. Texte und Bilder werden deshalb gesichert und in WordPress neu aufgebaut. Da sich dabei meist die Adressen der Unterseiten ändern, solltest du Weiterleitungen planen, damit bestehende Google-Rankings nicht verloren gehen.
Ist WordPress unsicherer als ein Baukasten?
Nicht grundsätzlich, aber die Verantwortung ist anders verteilt. Beim Baukasten kümmert sich der Anbieter um Server und Updates. Bei WordPress machst das du oder deine Agentur. Eine gepflegte WordPress-Website mit aktuellen Plugins, Zwei-Faktor-Anmeldung und getesteten Backups ist gut geschützt. Riskant wird es, wenn Updates monatelang liegen bleiben.
Was ist besser für SEO, WordPress oder Wix?
Mit beiden Systemen kann eine Website bei Google gut gefunden werden. Entscheidend sind Inhalte, Struktur, Ladezeit und lokale Signale wie das Unternehmensprofil. WordPress bietet mehr Kontrolle über technische Details wie Weiterleitungen, strukturierte Daten oder Ladezeit-Optimierung. Für eine kleine Website reichen die SEO-Einstellungen eines Baukastens oft aus.



