Anzeigen wirken sofort, SEO wirkt dauerhaft. Wann sich was für kleine Betriebe lohnt und warum die beste Antwort meist eine sinnvolle Reihenfolge…
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Die Anzeigen laufen, das Telefon läutet öfter, aber Google Ads zeigt kaum Conversions. Oder: Seit dem neuen Cookie-Banner sind die Zahlen eingebrochen. Beides hat meistens dieselbe Ursache: Das Conversion-Tracking ist unvollständig, oder der Consent Mode v2 gibt die Entscheidung aus dem Cookie-Banner nicht richtig an Google weiter.
Die Lösung hat vier Teile: Leg fest, welche Handlungen für dich zählen, miss sie mit dem Google-Tag oder dem Google Tag Manager und verbinde beides mit einem Cookie-Banner, das den Einwilligungsmodus korrekt bedient. Danach prüfst du alles mit Tag Assistant, bevor du dich auf die Zahlen verlässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Conversion ist die Handlung, die für dich zählt: Anruf, Formular, Buchung. Nur echte Anfragen gehören als primäre Conversion in die Gebote.
- Für Werbe- und Analyse-Cookies brauchst du in Österreich nach § 165 Abs. 3 TKG 2021 eine Einwilligung.
- Consent Mode v2 meldet Google, ob eingewilligt wurde. Für Nutzer:innen im EWR verlangt Google das seit März 2024 für personalisierte Werbung, Remarketing und volle Messung.
- Die einfache Implementierung lädt Google-Tags erst nach der Einwilligung. Sie ist für kleine Betriebe der vorsichtigere Weg.
- Mit Tag Assistant prüfst du, ob Standardwerte und Aktualisierung stimmen.
Was als Conversion zählt
Eine Conversion ist jede Handlung nach einem Anzeigenklick, die für deinen Betrieb Wert hat. Bei Dienstleistern sind das fast immer drei Dinge: ein Anruf, eine Anfrage über ein Formular oder eine Online-Buchung. Wie oft deine Seite dazu führt, beschreibt die Conversion-Rate. Warum Tracking die Grundlage jeder Kampagne ist, erklärt der Leitfaden Google Ads für kleine Unternehmen.
| Conversion | So wird sie gemessen | Darauf achten |
|---|---|---|
| Online-Buchung | Aufruf der Bestätigungsseite nach der Buchung oder ein Ereignis im Buchungstool | Die wertvollste Conversion, weil ein Termin dahintersteht |
| Kontaktformular | Aufruf einer Danke-Seite oder ein Formular-Ereignis | Nicht schon das Öffnen der Kontaktseite zählen |
| Anruf über die Anzeige | Über das Anruf-Asset; je nach Verfügbarkeit von Google-Weiterleitungsnummern der Anruf samt Dauer oder nur der Klick aufs Anrufsymbol | Wenn möglich eine Mindestdauer festlegen, damit kurze Fehlanrufe nicht zählen |
| Klick auf die Telefonnummer der Website | Tippen auf den Telefon-Link am Handy | Misst nur das Tippen, nicht, ob ein Gespräch zustande kam |
Google unterscheidet primäre und sekundäre Conversion-Aktionen. Primäre stehen in der Spalte „Conversions“ und fließen in die Gebote ein. Sekundäre dienen nur zur Beobachtung und erscheinen unter „Alle Conversions“. Wer Seitenaufrufe oder Klicks auf „Kontakt“ als primär zählt, bringt Google bei, genau solche Besuche einzukaufen statt Kund:innen.
Google-Tag oder Tag Manager: So kommt die Messung auf die Website
Für die Messung brauchst du den Google-Tag auf allen Seiten deiner Website. Die Conversion selbst legst du in Google Ads unter „Zielvorhaben“, „Conversions“, „Zusammenfassung“ mit „Conversion-Aktion erstellen“ an. Für einfache Fälle bietet Google eine Einrichtung ohne Code: Du gibst etwa an, dass der Aufruf einer Seite mit „/danke/“ in der Adresse als Conversion zählt.
Bei mehreren Diensten ist der Google Tag Manager die bessere Wahl. Dort verwaltest du Google Ads, Analytics und die Anbindung ans Cookie-Banner an einer Stelle. Die Reihenfolge beim Einrichten:
- Conversion-Aktionen festlegen und als primär oder sekundär markieren
- Google-Tag auf allen Seiten einbauen, direkt oder über den Tag Manager
- Danke-Seiten oder Ereignisse für Formular und Buchung anlegen
- Cookie-Banner mit dem Einwilligungsmodus verbinden
- Mit Tag Assistant testen und nach ein paar Tagen den Status in Google Ads prüfen
Consent Mode v2: Was dahintersteckt
In Österreich regelt § 165 Abs. 3 TKG 2021, wann Informationen auf dem Endgerät gespeichert oder ausgelesen werden dürfen. Laut Datenschutzbehörde ist das ohne Einwilligung nur erlaubt, wenn es unbedingt erforderlich ist. Werbe- und Tracking-Cookies gehören nicht dazu, und das Ablehnen muss genauso einfach sein wie das Zustimmen. Was sonst noch auf deine Website gehört, steht im Artikel zu Impressum, Datenschutz und Cookies.
Der Consent Mode v2, in der deutschen Google-Oberfläche „Einwilligungsmodus“, ist die technische Brücke zwischen deinem Cookie-Banner und Google. Er übermittelt vier Werte:
- ad_storage: Cookies und Kennungen für Werbung
- analytics_storage: Cookies für Analysezwecke
- ad_user_data: ob Nutzerdaten zu Werbezwecken an Google gesendet werden dürfen
- ad_personalization: ob personalisierte Werbung wie Remarketing erlaubt ist
Die beiden letzten Werte kamen Ende 2023 dazu, daher das „v2“. Seit März 2024 setzt Google für Nutzer:innen im EWR gültige Einwilligungssignale voraus, wenn du Messung, personalisierte Anzeigen und Remarketing weiter nutzen willst. Entscheidend ist, dass vor jeder Entscheidung alle vier Werte auf „denied“ stehen.
Einfache oder erweiterte Implementierung?
| Einfache Implementierung | Erweiterte Implementierung | |
|---|---|---|
| Wann laden die Google-Tags? | Erst nach der Entscheidung im Banner | Sofort beim Seitenaufruf, mit Standardwert „denied“ |
| Bei Ablehnung | Keine Daten an Google | Signale ohne Cookies (Pings) an Google |
| Modellierung fehlender Conversions | Allgemeines Modell | Auf dein Konto angepasstes, genaueres Modell |
| Datenschutz | Zurückhaltender | Heikler, weil schon vor der Einwilligung Daten fließen |
Die erweiterte Variante liefert Google mehr Daten, um fehlende Conversions hochzurechnen, schickt aber auch ohne Einwilligung Signale an Google. Ob das mit § 165 TKG 2021 und der DSGVO vereinbar ist, wird unterschiedlich beurteilt. Für kleine Betriebe ist die einfache Implementierung der vorsichtigere Weg. Triff die Wahl bewusst und halte sie in deiner Datenschutzerklärung fest.
Erweiterte Conversions und Anfragen aus dem CRM
Mit erweiterten Conversions sendet der Tag zusätzlich selbst erhobene Daten, etwa die E-Mail-Adresse aus dem Formular, in gehashter Form an Google. So lassen sich Conversions zuordnen, die sonst verloren gingen. Das setzt eine Einwilligung für Werbezwecke voraus und die Einhaltung der Google-Richtlinien für Kundendaten.
Für Dienstleister spannend ist der Rückkanal aus dem CRM, denn nicht jede Anfrage wird ein Auftrag. Mit Offline-Conversions beziehungsweise erweiterten Conversions für Leads meldest du Google später, welche Anfragen tatsächlich gebucht haben. Dafür werden bei der Anfrage die Klick-ID (GCLID) oder die gehashte E-Mail-Adresse gespeichert und später zurückgespielt. Bei der individuellen CRM-Lösung für Hochzeitstanz Wien ist so ein Rückkanal zu Google Ads umgesetzt. In der Standardversion von BigCRM siehst du über die Leadquellen, woher neue Kund:innen kommen.
Mit Tag Assistant testen
Ob alles funktioniert, verrät dir nicht das Cookie-Banner, sondern Tag Assistant von Google. So prüfst du den Einwilligungsmodus:
- Tag Assistant öffnen, die Adresse deiner Website eingeben und die Verbindung starten.
- Im ersten Consent-Ereignis prüfen, ob alle vier Werte gesetzt sind und vor der Entscheidung auf „Denied“ stehen.
- Im Banner zustimmen und im nächsten Consent-Ereignis kontrollieren, ob die Werte auf „Granted“ wechseln.
- Im Reiter „Tags“ nachsehen, welche Tags ausgelöst oder blockiert wurden.
- Den Test mit „Ablehnen“ wiederholen und eine Testanfrage abschicken.
In Google Ads zeigt die Conversion-Übersicht den Status jeder Conversion-Aktion, Änderungen werden dort oft erst nach einigen Tagen sichtbar. Teste nach jeder Änderung an Website, Banner oder Formular kurz nach, denn genau dort entstehen die meisten Messlücken. Weitere Stolperfallen zeigt der Beitrag über Google-Ads-Fehler bei kleinen Konten.
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Fazit
Sauberes Conversion-Tracking ist die Grundlage jeder Google-Ads-Kampagne: Nur wenn Anrufe, Anfragen und Buchungen richtig gemessen werden, weißt du, was die Werbung bringt. Consent Mode v2 sorgt dafür, dass die Entscheidung aus deinem Cookie-Banner bei Google ankommt. Starte mit wenigen echten Conversions, der einfachen Implementierung und einem Test mit Tag Assistant.
Wenn du Tracking und Cookie-Banner nicht selbst verdrahten willst, übernehmen wir das im Rahmen unserer Google-Ads-Betreuung. Meld dich gern für ein Erstgespräch.
Häufige Fragen
Muss ich Consent Mode v2 verwenden, wenn ich nur Google Ads schalte?
Wenn du auf deiner Website Google-Tags für Conversion-Tracking oder Remarketing einsetzt und Besucher:innen aus dem EWR hast, ja. Ohne gültige Einwilligungssignale kannst du laut Google Messung, personalisierte Anzeigen und Remarketing nicht wie gewohnt nutzen. Ganz ohne Tracking auf der Website betrifft es dich nicht, dann weißt du aber auch nicht, was deine Anzeigen bringen.
Warum zeigt Google Ads weniger Conversions, als ich Anfragen bekomme?
Häufige Gründe: Besucher:innen haben Cookies abgelehnt, die Conversion wird auf der falschen Seite ausgelöst, Anrufe werden nicht gemessen oder die Anfrage kam über einen anderen Weg, etwa eine Empfehlung. Mit dem Einwilligungsmodus rechnet Google einen Teil der fehlenden Conversions hoch. Ein Abgleich mit deinem CRM zeigt, wie groß die Lücke wirklich ist.
Welches Cookie-Banner unterstützt den Einwilligungsmodus?
Viele Consent-Management-Plattformen haben eine fertige Anbindung, die Google-Hilfe enthält Anleitungen für mehrere Anbieter, darunter Cookiebot und Usercentrics. Achte darauf, dass das Tool alle vier Werte übermittelt, standardmäßig mit „denied“ startet und das Ablehnen genauso einfach macht wie das Zustimmen.
Brauche ich Google Analytics für das Conversion-Tracking in Google Ads?
Nein. Google Ads misst Conversions direkt über den Google-Tag. Analytics lohnt sich, wenn du das Verhalten auf deiner Website genauer auswerten willst, und kann Conversions zusätzlich an Google Ads weitergeben. Für den Start ist das direkte Conversion-Tracking in Google Ads einfacher einzurichten und zu prüfen.


