Baukasten oder WordPress? Ein fairer Vergleich zu Start, Pflegeaufwand, Flexibilität und Anbieterwechsel, mit Tabelle und zwei Beispielen aus dem Dienstleistungsalltag.
Artikel lesen →Ein Custom Post Type (CPT) ist ein selbst definierter Inhaltstyp in WordPress. Neben Beiträgen und Seiten legst du damit eigene Bereiche an, etwa „Leistungen“, „Team“ oder „Referenzen“ – jeweils mit passenden Eingabefeldern, eigenem Menüpunkt im Backend und eigener URL-Struktur.
Wozu eigene Inhaltstypen gut sind
Von Haus aus kennt WordPress vor allem Beiträge für News und Blog sowie Seiten für feste Inhalte wie „Über uns“. Sobald du viele gleichartige Einträge pflegst, stoßen beide an Grenzen: Eine Leistung braucht Dauer, Preis und Fotos, ein Teammitglied Funktion, Ausbildung und Porträt.
Ein CPT bündelt solche Einträge in einer eigenen Liste. Wer die Website pflegt, füllt vorgegebene Felder aus, statt jedes Mal ein Layout nachzubauen. Das Design kommt aus einer gemeinsamen Vorlage und bleibt dadurch einheitlich. Auch Stellenangebote, Veranstaltungen oder ein Glossar wie dieses lassen sich so abbilden.
Beispiel: Behandlungen im Kosmetikstudio
Nimm ein Kosmetikstudio mit zwölf Behandlungen. Mit einem Inhaltstyp „Behandlungen“ bekommt jede davon eine eigene Unterseite unter einer Adresse wie /behandlungen/microneedling/. Dauer, Preis und Ablauf stehen immer an derselben Stelle, und eine Übersichtsseite listet alle Behandlungen automatisch auf.
Kommt eine neue Behandlung dazu, legt die Inhaberin einen Eintrag an und füllt die Felder aus. Die Seite erscheint sofort in der Übersicht und, je nach SEO-Plugin, in der XML-Sitemap. Für Google ist das ein Vorteil, weil jede Leistung eine eigene Landingpage erhält.
So wird ein CPT angelegt
Technisch meldet ein kurzes Stück Code den Inhaltstyp mit der WordPress-Funktion register_post_type an. Dazu kommen meist:
- Eigene Felder, etwa mit dem Plugin Advanced Custom Fields (ACF), für Preis, Dauer oder Bilder.
- Taxonomien, also eigene Kategorien wie „Gesicht“, „Körper“ oder „Hände“.
- Vorlagen für Einzelansicht und Übersicht, im Theme oder im Page Builder.
Alternativ gibt es Plugins, die Inhaltstypen per Mausklick anlegen. Das ist bequem, macht die Website aber von einer weiteren Erweiterung abhängig.
Abgrenzung: CPT, Seite oder Kategorie?
Nicht jede Inhaltsart braucht einen eigenen Typ. Hast du drei Leistungen, die sich stark unterscheiden, sind drei normale Seiten oft einfacher. Ein CPT lohnt sich, wenn viele gleich aufgebaute Einträge zusammenkommen, die eigene Felder brauchen oder gefiltert werden sollen. Eine Kategorie ordnet dagegen nur bestehende Beiträge und bringt weder eigene Felder noch eine eigene Eingabemaske mit. Als Faustregel gilt: gleicher Aufbau, viele Einträge, eigene Daten – dann ein CPT.
Worauf du achten solltest
- Im Plugin statt im Theme registrieren: Das empfiehlt die WordPress-Entwicklerdokumentation ausdrücklich. Steckt der CPT im Theme, verschwinden die Einträge nach einem Theme-Wechsel aus dem Backend, obwohl sie noch in der Datenbank liegen.
- Eindeutige Kennung: höchstens 20 Zeichen, mit kurzem Präfix und nicht mit „wp_“ beginnend. Allgemeine Namen wie „product“ kollidieren leicht mit anderen Erweiterungen, etwa mit WooCommerce.
- Blockeditor: Damit er für den Inhaltstyp funktioniert, muss dieser für die REST-API freigegeben sein.
- URLs früh festlegen: Ändert sich der Pfad später, brauchst du Weiterleitungen, damit bestehende Rankings nicht verloren gehen.
Ob sich so viel Flexibilität für deine Website lohnt oder ein Baukasten reicht, hilft der Vergleich WordPress oder Wix, Jimdo & Co. zu entscheiden. Sollen deine Inhaltstypen samt Feldern in einem schlanken, eigenen Plugin stecken statt in mehreren Fremderweiterungen, zeigt BigPlugins, wie BigSolutions solche Erweiterungen entwickelt.
