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WCAG

KURZ ERKLÄRT

Die Web Content Accessibility Guidelines des W3C: international anerkannte, prüfbare Kriterien für barrierefreie Websites in den Stufen A, AA und AAA.

Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind die Richtlinien des World Wide Web Consortium (W3C) für barrierefreie Webinhalte. In prüfbaren Erfolgskriterien beschreiben sie, wie Texte, Bilder, Formulare und Bedienelemente gestaltet sein müssen, damit auch Menschen mit Behinderungen eine Website nutzen können.

Die vier Prinzipien

Alle Kriterien ordnen sich vier Grundsätzen unter. Inhalte müssen sein:

  • Wahrnehmbar: Es gibt Textalternativen für Bilder, Untertitel für Videos und genug Kontrast. Der bekannteste Baustein ist der Alt-Text.
  • Bedienbar: Alles funktioniert mit der Tastatur, Zeitlimits bremsen niemanden aus, und man findet sich auf der Seite zurecht.
  • Verständlich: Texte sind lesbar, die Seite verhält sich vorhersehbar, und Formulare helfen, Fehler zu vermeiden und zu korrigieren.
  • Robust: Der Code ist so sauber, dass auch Hilfsmittel wie Screenreader ihn zuverlässig auslesen.

Stufen A, AA und AAA

Jedes Erfolgskriterium gehört zu einer Konformitätsstufe. Stufe A beseitigt die gröbsten Hürden, AA ergänzt wichtige Punkte wie Mindestkontraste, AAA stellt die strengsten Anforderungen. Bei AA braucht normaler Text zum Beispiel ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1, großer Text 3:1. Für ein Kosmetikstudio mit zartem Pastell-Branding heißt das oft: Die Markenfarbe bleibt für Flächen und Akzente, Fließtext und Buttons bekommen eine kräftigere Variante.

In Europa ist AA der übliche Maßstab. Das W3C selbst rät davon ab, AAA als allgemeine Vorgabe für ganze Websites zu verlangen, weil manche Inhalte diese Stufe gar nicht erreichen können.

Versionen und der Bezug zu EN 301 549

WCAG 2.0 erschien 2008, Version 2.1 im Jahr 2018, die aktuelle Fassung 2.2 im Oktober 2023. Neuere Versionen sind abwärtskompatibel: Wer WCAG 2.2 erfüllt, erfüllt auch 2.1 und 2.0. WCAG 2.2 ist zudem als ISO/IEC 40500:2025 genormt. An WCAG 3 arbeitet das W3C noch.

Für das Barrierefreiheitsgesetz zählt die europäische Norm EN 301 549, die für Websites auf die WCAG verweist. Deren Fassung von 2021 baut auf WCAG 2.1 auf. Im September 2026 ist die Fassung V4.1.1 mit WCAG 2.2 erschienen. Bis sie im Amtsblatt der EU zitiert ist, bleibt laut AccessibleEU-Zentrum der EU-Kommission die Fassung von 2021 die Referenz. Wer jetzt neu baut, orientiert sich sinnvollerweise gleich an WCAG 2.2.

Typische Fehler auf kleinen Websites

  • hellgraue Schrift auf weißem Grund oder Text direkt über unruhigen Fotos
  • Buchungskalender und Menüs, die nur mit der Maus funktionieren
  • Formularfelder ohne Beschriftung, nur mit grauem Platzhaltertext
  • Linktexte, die das Ziel nicht beschreiben
  • Overlay-Tools, die eine Leiste mit Schaltern einblenden, Fehler im Code aber nicht beheben

Bei WordPress beginnt Barrierefreiheit schon mit der Wahl des Themes. Einen ersten Überblick liefert Lighthouse in Chrome, das neben Leistungswerten rund um die Core Web Vitals auch grundlegende Barrierefreiheitskriterien prüft. Automatische Tests finden aber nur einen Teil der Probleme; ein Durchgang nur mit Tastatur und ein kurzer Screenreader-Test gehören dazu.

Was das BaFG konkret verlangt und wen es betrifft, erklärt der Artikel Barrierefreiheitsgesetz: Was das BaFG von deiner Website verlangt. Soll deine Website von Grund auf nach WCAG 2.2 gebaut werden, ist BigWebsites der passende Startpunkt.

Stand: Oktober 2026. Diese Erklärung ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

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ERKLÄRT VON
Philip Reisinger-Frantes alias BigP

Problemlöser · Dipl. Mediendesign · Dipl. Social Media Manager. Baut Systeme, die ganze Kundenprozesse abbilden — von der Website bis zum CRM.

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