Vom Whiteboard zur Plantafel: Wie eine Installateur-Software Einsätze, Anlagen, Wartungen und Störungen verbindet und warum der Monteur-Blick am Handy zählt.
Artikel lesen →Ein Regiebericht ist ein schriftlicher Leistungsnachweis über Arbeiten, die nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden. Er hält fest, wer an welchem Tag wie lange gearbeitet und welches Material verbraucht hat, und wird von der Kundin oder dem Auftraggeber unterschrieben. Der Begriff ist vor allem im österreichischen Bau- und Baunebengewerbe üblich.
Regie oder Pauschale: zwei Arten abzurechnen
„In Regie“ arbeiten heißt: Verrechnet werden Regiestunden mal Stundensatz plus das verbrauchte Material. Das Gegenstück ist die Pauschale, also ein Festpreis für eine klar beschriebene Leistung, unabhängig davon, wie lange sie am Ende dauert.
| Regie (nach Aufwand) | Pauschale (Festpreis) | |
|---|---|---|
| Passt für | Störungen, Reparaturen, unklaren Umfang | planbare Leistungen, etwa die jährliche Wartung aus einem Wartungsvertrag |
| Kostenrisiko | eher bei der Kundin | eher beim Betrieb |
| Nachweis | Regiebericht mit Stunden und Material | Angebot bzw. Auftrag |
Oft wird gemischt: Der Tausch eines Boilers ist pauschal vereinbart, die unerwartete Zusatzarbeit am verrosteten Anschluss läuft in Regie. Gerade dann braucht es den Regiebericht, damit die Zusatzstunden auf der Rechnung nachvollziehbar sind. Bei Privatkund:innen lohnt außerdem ein Blick auf den Kostenvoranschlag, denn er prägt, mit welchen Kosten sie rechnen dürfen.
Was in einen Regiebericht gehört
- Datum, Kund:in und Einsatzort bzw. Baustelle
- Namen der Mitarbeiter:innen mit Beginn, Ende und Pausen
- die ausgeführten Arbeiten, so konkret wie möglich beschrieben
- verbrauchtes Material mit Menge
- Fahrzeit oder Anfahrt, falls sie verrechnet wird
- Unterschrift der Kundin oder des Auftraggebers mit Datum
Dauern Arbeiten mehrere Tage, schreib pro Tag einen eigenen Bericht, statt am Ende alles zusammenzufassen. Fotos vom Zustand vorher und nachher machen den Bericht zusätzlich greifbar.
Je genauer die Beschreibung, desto weniger Diskussion. „Arbeiten im Bad, 3 Std.“ lässt Raum für Zweifel, „Eckventil und Siphon beim Waschtisch getauscht, Abfluss gereinigt“ kaum.
Warum die Unterschrift zählt
Ein unterschriebener Regiebericht ist ein Beweismittel. Wie viel davon abhängen kann, zeigt eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs: Die Vertragsparteien hatten die ÖNORM B 2110 vereinbart, die für Bauleistungen Regeln zur Aufzeichnung und Bestätigung von Regieleistungen enthält. Weil der Auftraggeber den Stundenaufzeichnungen nicht innerhalb von zwei Wochen schriftlich widersprach, musste er beweisen, dass sie falsch waren, und dieser Beweis gelang ihm nicht (OGH 2 Ob 239/14g).
Die ÖNORM gilt nur, wenn sie vereinbart ist, bei der Reparatur für eine Privatkundin also meist nicht. Die Lehre passt trotzdem für jeden Betrieb: Lass Regieberichte gleich vor Ort oder zeitnah unterschreiben, nicht erst Wochen später zusammen mit der Rechnung.
Vom Durchschreibblock zum digitalen Leistungsnachweis
Der Block im Bus hat zwei Schwächen: Er geht verloren, und jemand muss ihn im Büro abtippen. Digital erfassen Monteur:innen Zeit und Material direkt am Auftrag, und die Rechnung entsteht ohne Abschreiben. Beispiele aus zwei Branchen zeigen die Artikel zur Installateur-Software und zur Werkstattsoftware für Kfz-Betriebe.
In BigCRM laufen solche Aufträge als Ticket mit Arbeitsschritten, Zeiterfassung, Budget Soll/Ist und der Abrechnungsart Regie, Pauschale oder Kulanz. Den Leistungsnachweis druckst du aus dem Ticket, und der Auftrag wird mit einem Klick zur Rechnung. Im Branchenpaket für Installationsbetriebe kommt die Einsatzplanung mit Monteur-Ansicht dazu.
Stand: Oktober 2026. Diese Erklärung ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

