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Heilmasseur und gewerblicher Masseur

KURZ ERKLÄRT

Heilmasseur:innen massieren in Österreich zu Heilzwecken nach ärztlicher Anordnung, gewerbliche Masseur:innen nur zum Wohlbefinden gesunder Menschen.

Ein Heilmasseur bzw. eine Heilmasseurin übt in Österreich einen gesetzlich geregelten Gesundheitsberuf aus und massiert eigenverantwortlich zu Heilzwecken, immer nach ärztlicher Anordnung. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten dagegen mit Gewerbeberechtigung und ausschließlich zur Steigerung des Wohlbefindens gesunder Menschen.

Zwei Berufe, zwei Rechtsgrundlagen

Der Unterschied liegt weniger in der Technik als im Zweck. Heilmasseur:innen sind im Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz (MMHmG) geregelt; die Gewerbeordnung gilt für sie ausdrücklich nicht. Gewerbliche Masseur:innen brauchen eine Gewerbeberechtigung für das reglementierte Gewerbe Massage (§ 94 Z 48 GewO) samt Befähigungsnachweis.

Gewerbliche:r Masseur:in Heilmasseur:in
Rechtsgrundlage Gewerbeordnung MMHmG
Zweck Wohlbefinden, nur an Gesunden Heilzwecke
Ärztliche Anordnung nicht vorgesehen schriftlich erforderlich
Selbstständig mit Gewerbeberechtigung freiberuflich nach Meldung an die Bezirksverwaltungsbehörde

Dazwischen stehen medizinische Masseur:innen. Auch ihre Massagen dienen Heilzwecken, sie arbeiten aber unter Anleitung und Aufsicht einer Ärztin oder eines Physiotherapeuten und nur im Dienstverhältnis. Nach dem Aufschulungsmodul und der Abschlussprüfung zur Heilmasseurin dürfen sie eigenverantwortlich und auch freiberuflich arbeiten.

Wichtig für Website und Werbung: Die Berufsbezeichnung „Heilmasseur“ bzw. „Heilmasseurin“ dürfen nur Personen führen, die zur Berufsausübung berechtigt sind (§ 31 MMHmG). Für die freiberufliche Tätigkeit verbietet § 32 MMHmG außerdem vergleichende, diskriminierende oder unsachliche Werbung. Ein Slogan wie „die beste Heilmassage der Stadt“ ist damit keine gute Idee.

Ärztliche Anordnung und Dokumentation

Laut § 29 MMHmG muss die ärztliche Anordnung schriftlich vorliegen, und die Heilmasseurin bestätigt jede durchgeführte Behandlung mit Datum und Unterschrift. Zusätzlich verlangt § 3 MMHmG Aufzeichnungen über jede behandelte Person, insbesondere über:

  • den Zustand bei Übernahme der Behandlung,
  • die ärztlichen Anordnungen,
  • den Behandlungsverlauf,
  • Art und Umfang der angewandten Tätigkeiten.

Diese Dokumentation ist mindestens zehn Jahre aufzubewahren, auch wenn die Praxis geschlossen wird. Die Angaben sind Gesundheitsdaten und brauchen deshalb besonderen Schutz vor fremden Blicken.

Ein Beispiel aus der Praxis

Angenommen, eine Masseurin in Graz hat eine Gewerbeberechtigung für Massage und zusätzlich die Berufsberechtigung als Heilmasseurin. Ein Kunde kommt mit einer Zuweisung seines Orthopäden wegen Rückenschmerzen, eine andere Kundin bucht eine Hot-Stone-Massage zum Geburtstag. Die erste Behandlung ist Heilmassage mit Dokumentationspflicht, die zweite eine gewerbliche Massage.

Auch steuerlich macht das einen Unterschied, sofern sie nicht ohnehin Kleinunternehmerin ist: Heilbehandlungen freiberuflicher Heilmasseur:innen sind nach § 6 Abs. 1 Z 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit, Massagen ohne ärztliche Anordnung fallen laut WKO unter Gewerbe- und Umsatzsteuerrecht. Beide Leistungen gehören deshalb getrennt in den Katalog, mit eindeutigen Namen und dem richtigen Steuersatz. Ein Anamnesebogen hilft in beiden Fällen, Gegenanzeigen vor der ersten Behandlung zu klären.

Was das für die Praxisorganisation heißt

Leistungen sauber trennen, Zuweisungen als Datei bei der Person in der Kundenkartei ablegen und den Zugriff im Team beschränken: Das sind die drei Grundregeln. Wer Heilmassagen online anbietet, überlegt, ob statt der direkten Online-Terminbuchung eine Terminanfrage besser passt, damit vor der Zusage klar ist, ob eine Zuweisung vorliegt.

In BigCRM pflegst du die Umsatzsteuer je Position, legst Dateien per Ziehen und Ablegen bei der Kundin ab und vergibst Rechte je Bereich; sensible Daten werden verschlüsselt abgelegt. Was das Branchenpaket für Massagepraxen mitbringt, steht auf der Produktseite. Wie Räume, Übergangszeiten und 10er-Blöcke im Alltag organisiert werden, zeigt der Artikel Massagepraxis-Software: Termine, Räume und Anamnese organisieren.

Stand: Oktober 2026. Diese Erklärung ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

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ERKLÄRT VON
Philip Reisinger-Frantes alias BigP

Problemlöser · Dipl. Mediendesign · Dipl. Social Media Manager. Baut Systeme, die ganze Kundenprozesse abbilden — von der Website bis zum CRM.

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