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Anamnesebogen

KURZ ERKLÄRT

Fragebogen zu Gesundheit, Haut, Allergien oder Medikamenten, den Kund:innen vor einer Massage-, Kosmetik- oder Fußpflegebehandlung ausfüllen.

Ein Anamnesebogen ist ein Fragebogen, den Kund:innen vor einer Behandlung ausfüllen, etwa zu Allergien, Hautzustand, Medikamenten, Schwangerschaft oder Beschwerden. In Massage-, Kosmetik- und Fußpflegebetrieben hilft er, Risiken zu erkennen, die Behandlung passend zu planen und im Zweifel zu dokumentieren, worauf geachtet wurde.

Was typischerweise abgefragt wird

Der Inhalt hängt von der Branche ab. Häufige Fragen sind etwa:

  • Massage: Verletzungen und Operationen, Bluthochdruck, Krampfadern, Schwangerschaft, aktuelle Schmerzen
  • Kosmetik: Hauttyp, Allergien auf Inhaltsstoffe, Hauterkrankungen, Medikamente, die die Haut empfindlicher machen können
  • Fußpflege: Diabetes, Durchblutungsstörungen, blutverdünnende Medikamente, Pilzerkrankungen

Frag nur, was du für die Behandlung tatsächlich brauchst. Jede zusätzliche Frage ist ein weiteres sensibles Datum, das du schützen musst. Gewerbliche Masseur:innen dürfen laut WKO nur gesunde Menschen massieren und nicht zu Heilzwecken arbeiten. Der Bogen hilft also auch zu erkennen, wann eine ärztliche Abklärung oder ein Heilmasseur bzw. eine Heilmasseurin die richtige Adresse ist.

Gesundheitsdaten und Einwilligung

Die Antworten sind fast immer Gesundheitsdaten im Sinn von Art. 9 DSGVO. Deren Verarbeitung ist grundsätzlich verboten, außer eine Ausnahme greift. Für gewerbliche Betriebe ist das in der Regel die ausdrückliche Einwilligung. Der DSGVO-Leitfaden der Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure empfiehlt die Schriftform: freiwillig, für einen bestimmten Zweck, informiert und unmissverständlich, mit dem Hinweis, dass die Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann.

Trenne diese Einwilligung von anderen Zustimmungen, etwa für den Newsletter oder für Vorher-Nachher-Fotos. Jede braucht ihren eigenen, klar beschriebenen Zweck. Leg außerdem fest, wie lange du die Bögen aufbewahrst, und nenne das in deiner Datenschutzerklärung. Fragt eine Kundin nach ihrem Auskunftsrecht, welche Daten du über sie gespeichert hast, gehört der Anamnesebogen dazu.

Für Gesundheitsberufe gelten eigene Regeln. Heilmasseur:innen und medizinische Masseur:innen müssen nach § 3 MMHmG über jede behandelte Person Aufzeichnungen führen und diese mindestens zehn Jahre aufbewahren.

Papier oder digital?

Ein Papierbogen ist schnell ausgefüllt, landet aber oft in einer offenen Mappe am Empfang. Der Leitfaden der Bundesinnung rät, Papierakten versperrt aufzubewahren und bei IT-Systemen auf Zugriffskontrollen und Verschlüsselung zu achten. Digital hat Vorteile: Die Angaben liegen beim Kundenprofil, sind beim nächsten Termin sofort griffbereit, und der Zugriff lässt sich auf die Personen beschränken, die ihn brauchen.

Wichtig in beiden Fällen: Frag bei Folgeterminen kurz nach Änderungen. Ein Bogen von vor drei Jahren hilft bei einer neuen Allergie nicht.

Ein Beispiel aus der Massagepraxis

Angenommen, eine Massagepraxis mit zwei Räumen lässt neue Kund:innen den Bogen beim ersten Besuch am Tablet ausfüllen, samt Einwilligung. Die Masseurin sieht vor der Behandlung den Hinweis auf eine frische Knieoperation, passt die Behandlung entsprechend an und notiert das. Beim nächsten Termin fragt sie nur nach, ob sich etwas geändert hat.

In BigCRM für Massagepraxen legst du den ausgefüllten Bogen als Datei direkt in der Kundenkartei ab. Sensible Daten werden verschlüsselt gespeichert, Rechte je Bereich legen fest, wer im Team Zugriff hat, und DSGVO-Werkzeuge helfen bei Auskunft, Export und Löschung.

Wie Termine, Räume und Dokumentation in einer Praxis zusammenpassen, zeigt der Artikel Massagepraxis-Software; für Studios lohnt Software fürs Kosmetikstudio.

Stand: Oktober 2026. Diese Erklärung ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

PR
ERKLÄRT VON
Philip Reisinger-Frantes alias BigP

Problemlöser · Dipl. Mediendesign · Dipl. Social Media Manager. Baut Systeme, die ganze Kundenprozesse abbilden — von der Website bis zum CRM.

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