Updates, Backups, Zugänge und Ladezeit: Was bei der WordPress-Wartung regelmäßig zu tun ist, mit einem Wartungsplan für jede Woche, jeden Monat und…
Artikel lesen →Ein CDN (Content Delivery Network) ist ein Netz aus vielen Servern an verschiedenen Standorten, die Kopien von Website-Dateien wie Bildern, Schriften und Skripten zwischenspeichern. Besucher:innen erhalten diese Dateien vom nächstgelegenen Server. Das kann die Ladezeit verkürzen und den eigentlichen Webserver entlasten.
So funktioniert ein CDN
Deine Website liegt weiterhin bei deinem Hosting-Anbieter, auf dem sogenannten Ursprungsserver. Das CDN legt Kopien der Dateien auf seinen eigenen Servern ab, den Edge-Servern, und liefert sie von dort aus. Technisch ist das eine Form von Caching, nur verteilt über viele Standorte.
Es gibt zwei übliche Varianten:
- Vorgeschaltetes CDN: Die ganze Domain läuft über das Netz des Anbieters. Viele Anbieter bieten dabei zusätzlich Schutz vor Überlastungsangriffen und unerwünschten Bots.
- CDN nur für Dateien: Bilder, CSS und JavaScript kommen von einer eigenen Adresse des CDN, die Seite selbst weiterhin direkt vom Webserver.
Brauchst du als lokaler Betrieb ein CDN?
Oft nicht unbedingt. Angenommen, ein Kosmetikstudio in Wien hostet bei einem österreichischen Anbieter, und fast alle Kund:innen kommen aus Wien und Umgebung. Der Weg zum Server ist ohnehin kurz, ein CDN bringt hier wenig. Mehr erreichst du meist mit gutem Hosting, einem Page-Cache und verkleinerten Bildern, die den LCP verbessern.
Sinnvoll wird ein CDN eher, wenn:
- viele Besucher:innen aus dem Ausland kommen, etwa bei Betrieben in Tourismusregionen,
- die Website viele große Bilder oder Videos zeigt,
- bei Aktionen, zum Beispiel beim Gutscheinverkauf vor Weihnachten, plötzlich viele Menschen gleichzeitig zugreifen,
- du zusätzlichen Schutz vor Angriffen auf die Website willst.
Manche Hosting-Pakete haben ein CDN schon eingebaut. Frag also zuerst bei deinem Hoster nach, bevor du einen weiteren Anbieter dazunimmst.
Typische Stolpersteine
- Alte Inhalte: Nach Änderungen zeigt das CDN manchmal noch die frühere Version. Dann musst du auch dort den Cache leeren.
- Dynamische Seiten: Online-Buchung, Kundenportal oder Warenkorb dürfen nicht als fertige Kopie aus dem CDN kommen.
- Umzug der DNS-Verwaltung: Beim vorgeschalteten CDN wandert oft die gesamte Verwaltung der Domain-Einträge zum Anbieter. Werden dabei die Einträge fürs E-Mail-Postfach vergessen, kommen keine Mails mehr an.
- Fremde Server für Schriften und Skripte: Auch wer Dateien direkt von öffentlichen CDNs Dritter lädt, überträgt Daten der Besucher:innen. Viele Betriebe binden solche Dateien deshalb lieber am eigenen Server ein.
Datenschutz: worauf du achten solltest
Lädt ein Browser Dateien über ein CDN, erfährt der Anbieter unter anderem die IP-Adresse der Besucher:innen. Das ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten nach der DSGVO, für die du als Website-Betreiber:in verantwortlich bist.
- Mit dem CDN-Anbieter brauchst du in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Das CDN gehört in deine Datenschutzerklärung.
- Bei Anbietern außerhalb der EU geht es um eine Datenübermittlung in ein Drittland. Für die USA gibt es seit 10. Juli 2023 einen Angemessenheitsbeschluss, das EU-US Data Privacy Framework. Laut Datenschutzbehörde gilt er aber nur für US-Unternehmen, die auf der offiziellen Data-Privacy-Framework-Liste stehen. Der Beschluss ist rechtlich umstritten; ein Verfahren dazu liegt beim EuGH.
- Es gibt auch Anbieter mit Sitz und Servern in der EU. Das vereinfacht die Prüfung.
Wie ein CDN mit Wartung, Caching und Sicherheit zusammenspielt, zeigt der Artikel WordPress-Wartung & Sicherheit. Ob sich ein CDN für deine Website überhaupt lohnt, kann BigWebsites mit dir gemeinsam beurteilen.
Stand: Oktober 2026. Diese Erklärung ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
